Cäcilienverein St. Lambertus Bad Schönborn


Selten aufgeführte Messe im Festgottesdienst an Weihnachten

22.12.2016

Unter den prägenden Erscheinungen des Münchner Musiklebens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nimmt Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) einen herausragenden Platz ein. Sein umfangreiches kompositorisches Werk umfasst sämtliche musikalische Gattungen von der Oper über die Sinfonik bis zur Kammermusik und zum Lied. Einen besonderen Schaffensschwerpunkt bilden seine geistlichen und weltlichen Chorkompositionen sowie seine Orgelwerke, die sich zum Teil bis heute im Repertoire gehalten haben. Außerdem war Rheinberger ein weithin anerkannter Organist und Dirigent und hatte einen internationalen Ruf als der vielleicht namhafteste Kompositionslehrer seiner Zeit.

Im weihnachtlichen Festgottesdienst in St. Lambertus am 25. Dezember, 8.30 Uhr, kommt erstmals in Mingolsheim seine Messe in C-Dur opus 169 zur Aufführung. Diese Messe ist Rheinbergers einzige Orchestermesse und wird wegen einer beachtlichen orchestralen Besetzung nur sehr selten aufgeführt. Die Uraufführung fand zu Ostern 1893 im Dom zu St. Gallen statt. Die Ausführenden schickten spontan ein Telegramm an Rheinberger: „Messe wundervoll / bringen Dankeszoll / und im Jubelton / Gratulation!“ Am darauffolgenden Ostermontag dirigierte Rheinberger selbst erstmals seine Messe in der Münchner Allerheiligen-Hofkirche.

Neben der Messe singt der Cäcilienverein in diesem Gottesdienst die Kantate „Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) nach einem Text von Martin Luther. So wird im 500. Jubiläumsjahr der Reformation auch musikalisch eine Brücke geschlagen

Die Solisten in beiden Werken sind Linda Kraft – Sopran, Judith Bergmann – Alt, Arndt Krueger – Tenor und Claus Temps – Bass. Es singt der Chor des Cäcilienvereins St. Lambertus, Mingolsheim, begleitet vom Sinfonieorchester an St. Lambertus. Es dirigiert Thomas Schmittenbecher.