Cäcilienverein St. Lambertus Bad Schönborn


Messe in D-Dur

Die Messe in D-Dur ist die einzig erhaltene Messkomposition des in Nelahozeves (Mühlhausen/Böhmen) gebürtigen Komponisten. Er schrieb sie 1887 für die Einweihung einer Kirche im böhmischen Luschan (Luzany). Den dort begrenzten kirchenmusikalischen Möglichkeiten Rechnung tragend, legte er seine Messe in D-Dur zunächst nur mit Orgelbegleitung an.

Voller Begeisterung schrieb Dvořák an dem Tag, an dem er die Niederschrift der Messe abschloss an einen Freund: „Ich denke, es wird ein Werk sein, das seinen Zweck erfüllen wird. Es könnte heißen: Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott dem Allmächtigen und Dank für die große Gabe, die mir gestattete, dies Werk zum Preis des Allerhöchsten und zur Ehre unserer Kunst zu beenden. Wundern Sie sich nicht, dass ich so gläubig bin, aber ein Künstler, der es nicht ist, bringt nicht solches zustande.“ Als Dvořák 1889 seinem Verleger das Werk zum Druck anbot, erhielt er als Antwort: „Mit einer Messe ist heutzutage gar nichts mehr zu machen und die Herstellung des Materials ist so teuer für ein so umfangreiches Werk, dass man die Kosten nicht wieder herausbringt. Es kauft ja niemand eine Messe, und die paar Vereine, die das Werk etwa aufführen, sind nicht nennenswert den Kosten gegenüber.“

Erst 1892 fand sich ein interessierter Verlag. Für den Druck allerdings stellte dieser die Bedingung, den Orgelpart der ursprünglichen Fassung durch eine eigenständige Orchesterbegleitung zu ersetzen. Offensichtlich rechnete der Verleger damit, das Werk in dieser Form eher in den Konzertsaal und damit an die breite Öffentlichkeit bringen zu können.  Dvořák griff bei der Umarbeitung nur geringfügig in die ursprüngliche musikalische Substanz ein und bewahrte in den Orgelsoli des Gloria und des Benedictus einen Rest seiner Ausgangsidee. In der Orchesterfassung hatte sich die D-Dur-Messe rasch durchgesetzt und eine ähnliche Rezeption wie die anderen großen geistlichen Kompositionen erfahren. Der Uraufführung am 11. März 1893 im Londoner Crystal Palace folgten noch zu Lebzeiten Dvořáks zahlreiche Aufführungen in Europa und vor allem in Amerika.

Das Werk ist kompositorisch schlicht, die Nähe zur Klassik und insbesondere zum Vorbild Franz Schubert jederzeit spürbar. Chor und Orchester werden dezent geführt, übertriebene dramatische Effekte fehlen. Die Melodik ist wie für Dvořák bezeichnend einer folkloristischen Originalität verhaftet - alles Gründe dafür, dass die Messe auch heute noch häufig zu hören ist.

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