Cäcilienverein St. Lambertus Bad Schönborn


Messe en honneur de Sainte Cécile
(„Cäcilienmesse“)

Man kennt seinen „Faust-Walzer“ und das unsterbliche „Ave Maria“, das er auf der Grundlage eines Präludiums von Johann Sebastian Bach komponiert hat. Seine Cäcilienmesse freilich ist das kirchenmusikalische Hauptwerk von Charles Gounod - und nicht nur das, mit der gewaltigen Vertonung hat der französische Komponist (1818 - 1893) die romantischste aller romantischen Messen geschaffen, ein Werk, das zu den zentralen Bausteinen der Kirchenmusikgeschichte wurde. Festlicher kann ein Hochamt nicht gestaltet werden – allein 30 Musiker zählt das große Orchester, das zur Begleitung der Messe nötig ist.

Gounod reiht in diesem 45-minütigen Stück alles zusammen, was die romantische Musikwelt bietet. Terzenseligkeit verzaubert ebenso wie lyrische Melodien voller Anmut und Schönheit. Mit Summchor und tremolierenden Streichern erzielt er theatralische Effekte, beschwingte 6/8-Rhythmen vermitteln tänzerischen Schwung, Gounod baut Tonkaskaden auf, die sich in exaltierter Kraft entladen. Das Credo unterstreicht am deutlichsten, dass der Komponist glaubt, was er schreibt: Auf weite Strecken singt der Chor getrieben von einem markanten Rhythmus im einstimmigen Forte und unterstreicht damit, dass es am Text nichts zu deuteln gibt. Die Urgewalt der Batterie an Blechbläsern und großer Trommel nennt Gounod selbst „den Kanonendonner der Ewigkeit“. Um dann doch an entscheidenden Passagen die musikalische Form ideenreich zu variieren: Die weihnachtliche Stelle des „Et incarnatus est“ verhaucht geradezu im Pianissimo des Chores, und die Verheißung des Lebens in der kommenden Welt („et vitam venturi saeculi“) verklingt in sphärischen Weiten.

Dieses Werk ist in der Regel nur in Konzerten zu hören, in Mingolsheim erklingt es zu feierlichen Messen - also da, wo es hingehört. Es ist Pfarrer Wolfgang Kesenheimer zu danken, der es als wichtigen Auftrag ansieht, das kulturelle Erbe in der Kirche zu erhalten.

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